Voilà, das BIOGRAFIENFORUM nimmt Gestalt an!
Der Wettbewerb ist beendet.

Das Auditorium im Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums war restlos
gefüllt, als am 7. Oktober 2007 zur Sonntagsmatinée die fertige Filmbiografie
unserer Gewinnerin uraufgeführt wurde. Anne-Marie Frisch hatte einen großen
Teil ihrer Familie aus Süddeutschland mitgebracht. Auch etliche andere
Wettbewerbsteilnehmer waren aus vielen Teilen Deutschlands angereist.
v.l. n. r.: Angelika Brötzmann, Anne-Marie Frisch, Prof. Dr. Hans Ottomeyer, Evelyn Filipp

Der Generaldirektor des Deutschen Historischen Museums, Prof. Dr. Hans Ottomeyer, sprach in seinen Begrüßungsworten von dem allgemein sehr großen Interesse an
Biografien ganz normaler Zeitzeugen und deren eigenem Wunsch, ihr Erlebtes für
die Nachwelt festhalten zu wollen.

Dann ging der Vorhang auf für IHREN Film:

"Stadtmadame wird Bäuerin - Das Leben der Anne-Marie Frisch".

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Film ab!

Am Sonntag, den 7. Oktober 2007 um 11 Uhr zeigen wir Anne-Marie Frischs
fertige Filmbiografie im Auditorium des Deutschen Historischen Museums.
Anne-Marie Frisch

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Die ersten 10 Stunden "abgedreht"

Der Himmel strahlte, als wir am ersten Maiwochen-ende 2007 bei Cadolzburg mit den Dreharbeiten begannen. Frau Frisch, die passionierte Schreiberin, hat ihre Eindrücke hier für uns zusammengefasst:
Hurra! Ich habe die ersten drei Drehtage für meinen Film „Was für ein Leben"
geschafft. Ich hatte davor schon ein wenig Angst, denn es war schon
anstrengend für eine 85jährige. Aber es war auch ein wunderbares Erlebnis.

Zuerst machte Frau Filipp ein langes Interview und bohrte dabei bis auf den
Grund meiner Seele. Dann durfte ich Pause machen, während das Team mit Frau
Brötzmann rund um den Pleikershof filmte. Zum Schluss nahm dann das Team
Oma mit der Familie beim Mittagessen auf.

Am Montag ging es dann nach Nürnberg und Neunhof. Ich war ehrlich gerührt,
mein altes Gymnasium wieder zu sehen, wo ich sechs Jahre die Schulbank
gedrückt hatte. Es stand noch wie damals, während im Stadtteil Maxfeld im
Krieg ziemlich alles zerbombt worden war. Die Schülerinnen kamen bei
strahlendem Wetter vom Turnunterricht aus dem Stadtgraben, wo auch wir
damals vor 70 Jahren turnten.

Dann fuhren wir nach Neunhof. Ich durfte das Haus und den wunderschönen
Garten besuchen, wo ich vom zehnten Lebensjahr bis zu meiner Verheiratung
1947 lebte. Alte Leute im Dorf konnten sich an mich erinnern. Das wunder-
schöne Neunhofer Schlösschen durfte ich wiedersehen, wo zu meiner Zeit die
Kirchweihburschen und Mädchen vor der Schlossherrschaft in fränkischer
Tracht im Hof tanzten.

Am anderen Tag wurden dann die alten Sachen aus meiner Kindheit zusammen
getragen, die alte Puppenküche am Boden und der alte Puppenwagen, meine
alten Hickory Schier aus Norwegen, die alte Erika Schreibmaschine aus
Vaters damaliger Fabrik und alte landwirtschaftliche Handwerkzeuge.

Die Tage waren ein richtig seeliges Eintauchen in meine Kindheit.

(Anne-Marie Frisch, im Mai 2007)

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Drehbeginn

Am 28. April 2007 ist es soweit: Wir starten mit den Dreharbeiten vor Ort bei Frau Frisch,
der Gewinnerin des Wettbewerbs.

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"And the Winner is..."

... Anne-Marie Frisch

Wir wissen, dass nun viele enttäuscht sein werden, an dieser Stelle nicht ihren eigenen Namen zu lesen. Und das können wir gut verstehen. Es gab eine Fülle von sehr spannenden, sehr bewegenden, und in jedem Fall interessanten Biografien. Die Jury hat einvernehmlich festgestellt, dass der Begriff "Wettbewerb" im Zusammenhang mit Biografien ein problematischer ist. So unterschiedliche Lebensverläufe können und sollten auch gar nicht miteinander in Konkurrenz treten, so wie die Jury nicht darüber urteilen konnte und wollte, welches etwa das bessere oder schlechtere Leben war.

Allein das - wenn auch nur skizzenhafte - Aufschreiben der wichtigsten Stationen in ihrem Leben scheint für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein wesentlicher Punkt des Projekts gewesen zu sein, ein guter Anlaß, sich mit seiner eigenen Biografie zu beschäftigen. So ist bereits jetzt ein Mehrwert über den Wettbewerb hinaus entstanden, der möglicherweise noch wächst. Zunächst wird diese Internetpräsenz weiterhin online bleiben. In den nächsten Monaten ist zu entscheiden, was mit den vielen anderen Lebensgeschichten passieren könnte. Vorstellbar wäre beispielsweise der Ausbau zu einem offenen InternetForum oder auch die Archivierung eingereichter Lebensbeschreibungen in Biografieforschungsinstituten. Wir werden zu gegebener Zeit über den aktuellen Stand informieren!

Die Jury aus Deutsches Historisches Museum , Stiftung Dialog der Generationen , ZeitZeugenBörse e.V. und ad.eo filmbiografien gratuliert Anne-Marie Frisch zum Gewinn ihrer Filmbiografie!

Begründung zur Jury-Entscheidung:

Die Jury findet, dass in Anne-Marie Frischs Biografie alle Komponenten zum Tragen kommen, die eine Verfilmung interessant machen. So handelt es sich um eine reflektierte Wahrnehmung der Zeit, in der Frau Frisch aufgewachsen ist; in ihrer Biografie spiegeln sich Marksteine der deutschen Geschichte. Weiterhin werden Milieu und Alltag sehr anschaulich geschildert. Anne-Marie Frisch macht eine eindrucksvolle persönliche Entwicklung durch, die im Prinzip bis heute – sie ist 85 Jahre alt - andauert. Ebenso führt sie den Generationendialog fort, da sie in räumlicher Nähe mit Tochter und Enkelkindern lebt und Auseinandersetzungen nie gescheut hat.

Die Verfilmung der Biografie von Anne-Marie Frisch wird innerhalb eines halben Jahres realisiert und öffentlich vorgeführt.

Zuguterletzt noch ein großes Dankeschön an alle Teilnehmer! Viele Einsendungen haben uns berührt, erschüttert oder uns vor Spannung die Zeilen verschlingen lassen. Das Motto dieses Wettbewerbs war auch der Satz, der uns nach dem Lesen jeder einzelnen Geschichte am häufigsten über die Lippen kam: Was für ein Leben! - Danke für die Offenheit, mit der Sie uns Ihr Leben geschildert haben!

(Berlin, 20.1.2007)

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Die Jury tagt…

… am Freitag, den 19. Januar. Am 20.1.07 veröffentlichen wir an dieser Stelle den Namen der Gewinnerin/des Gewinners.

Zur Statistik: 246 Einsendungen stehen online, 2 davon fließen nicht in die Entscheidungsfindung mit ein, weil die vorgeschlagenen Personen bereits verstorben sind. Es bleiben also 244 Teilnehmer „im Rennen“.

Es gab etliche Einsendungen darüber hinaus, die allerdings nicht die Teilnahmebedingungen erfüllten und somit nicht berücksichtigt werden konnten.

Von den 244 Wettbewerbsteilnehmern sind 131 Frauen, 113 Männer. Da eine Durchschnittsalterangabe keine Aussagekraft besitzt, hier die Altersverteilung in Dekaden:

Unter 20 Jahren: 2 Personen

20-29 J.: 3

30-39 J.: 10

40-49 J.: 19

50-59 J.: 39

60-69 J.: 66

70-79 J.: 66

80-89 J.: 34

90-95 J.: 7

Die jüngste Teilnehmerin ist 14, die älteste 95 Jahre alt.

Es hat sehr viele Presseberichte über den Wettbewerb gegeben. Auch das Fernsehen zeigte sich interessiert, zuletzt sendete der rbb in seinem Magazin stilbruch einen Beitrag über „Was für ein Leben!“

(17.1.2007)

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Überwältigend

Zum Jahresende erreichte uns noch einmal eine Flut von Anträgen.

Was für Lebensgeschichten! - Immer noch stehen nicht alle Biografieskizzen, die rechtzeitig bei uns eingegangen sind, online. Wir denken aber, dass wir bis zur zweiten Januarwoche alles im Netz haben.

Parallel dazu wird fleißig gelesen und schon jetzt kann gesagt werden: die Auswahl wird sehr, sehr schwer fallen.

(5.1.007)

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Auf der Zielgeraden

Nur noch zwei Wochen...

Hunderte von Wettbewerbsanträgen wurden seit dem 2. September 2006 versandt.

Weit über 100 Biografie-Skizzen sind bereits im Internetforum unter Anschauen nachzulesen. Im Wettbewerbsbüro stapeln sich zahlreiche noch ungelesene Einsendungen, die alle in den nächsten Tagen entsprechend einsehbar sein werden.

In einem Spezialdossier stellt die Süddeutsche Online eine Auswahl der eingereichten Biografie-Skizzen exemplarisch vor. Und in der Schlussphase des Wettbewerbs berichteten wieder zahlreiche Tageszeitungen über „Was für ein Leben!“, u.a. die Lübecker und die Nordbayerischen Nachrichten.

Das TV-Kulturmagazin artour produziert gerade einen Fernsehbeitrag über den Biografiewettbewerb, der am 21.12.2006 ausgestrahlt wird.

Die Jury tagt am 19. Januar 2007. Der Gewinner/die Gewinnerin wird spätestens am 20. Januar benachrichtigt.

Wir wünschen an dieser Stelle allen Teilnehmern besinnliche Weihnachtstage und drücken selbstverständlich allen ganz fest die Daumen!

(15.12.2006)

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Bio und Campino sprechen über ihr Leben
Bei einer Veranstaltung im Rahmen des Biografiewettbewerbs „Was für ein Leben!“ im Deutschen Historischen Museum Berlin traf der Talkmaster Alfred Biolek auf den Punkrocksänger Campino. Anhand von Bioleks Biografie „Bio. Mein Leben“ sprachen sie über ihre Freundschaft und über Parallelen und Unterschiede in ihren Lebensläufen.

Alfred Biolek erzählte von seiner Kindheit im tschechischen Freistadt und zeigte alte Aufnahmen aus dem Filmarchiv seines Vaters. Eine Kindheit, die er als so paradiesisch empfand, dass er viele Werte von seinem konservativ-weltoffenen Elternhaus übernahm. Und beispielsweise mit dem Jurastudium erstmal auch beruflich auf den Spuren seines Vaters blieb - trotz „Freddis“ („ich wusste als Kind gar nicht, dass ich Alfred hieß, man nannte mich immer nur Freddi“) frühen Drangs auf die Bühne.

Campino erlebte seine Eltern als Autoritäten, gegen die man sich auflehnte: seine Rolle als „Mini-Revolutionär“ sei ihm allerdings auch durch den Status als jüngstes von sieben Kindern erleichtert worden. Auch Campino entstammt einer Juristenfamilie: Vater und Großvater Richter. Doch nur eins seiner sechs Geschwister wahrte die Familientradition und wurde auch Jurist – für Campino kam das nicht in Frage.

Als verbindendes Element ihrer Freundschaft bezeichneten Bio und Campino ihre Erfahrung in der Außenseiterrolle. Wobei Campinos Leben die größere Kontinuität zeigt: schließlich wurde er schon mit 13 Jahren Punk. Alfred Bioleks Leben teilt sich dagegen in eines vor und nach 1969, als er durch die Abschaffung des sogenannten Schwulenparagrafen §175 und den Umzug nach München offener und liberaler zu leben begann.

Alfred Biolek und Campino, der mit bürgerlichem Namen Andreas Frege heißt, sind seit einer Talkshow, zu der Alfred Biolek Campino zusammen mit seiner englischen Mutter einlud, gut befreundet.

(Pressemitteilung vom 9.11.2006)

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Alfred Biolek im Zeughauskino
Er gilt als Meister der Talkshow-Kultur – und doch war er jahrzehntelang stumm, wenn es um sein persönliches Leben ging. Jetzt erzählt Alfred Biolek sein Leben vor und neben seiner Fernsehkarriere.

Seit den 70er Jahren ist Alfred Biolek ein vertrauter Gast in Millionen von deutschen Wohnzimmern. Über seine Erfahrungen mit dem Fernsehen plaudert er gerade auf einer Bühnenshow, mit der er deutschlandweit auf Tournee ist. Über das, was ihn persönlich geprägt hat, wird er jetzt bei einer Veranstaltung am 8.11.2006 im Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums in Berlin sprechen.

Im Dialog mit einem Überraschungsgast erzählt Alfred Biolek über die Stadt seiner Kindheit, in der Deutsche, Tschechen, Polen, Schlesier und Juden zusammenlebten. Über die dramatische Flucht in den Westen, den Tod des ältesten Bruders und die frühen Jahre der Bundesrepublik. Über die Jahre in der Münchner Boheme, seine Homosexualität, Stationen seiner Fernsehkarriere - und wie „Bio“s Laufbahn auf seine Eltern wirkte sowie seinen zweiten Bruder Joseph, der in Freiburg eine ganz bürgerliches und unöffentliches Leben führte.

ie Veranstaltung findet im Rahmen des Biografiewettbewerbs „Was für ein Leben!“ statt. Bundesweit sind bis zum 31.12.2006 Menschen aufgefordert, die Biografien ihrer Verwandten, Freunde oder von sich selbst als Beispiel für einen interessanten Lebenslauf einzureichen. Die interessanteste Biografie wird von einer Jury ausgewählt und als Dokument der Familiengeschichte verfilmt.

Ziel des Biografie-Wettbewerbs ist, sowohl das Bewusstsein zu stärken, dass auch die Lebensgeschichten von Nicht-Prominenten dokumentierenswert sind als auch einen Dialog der Generationen anzukurbeln. Die Stiftung „Dialog der Generationen“, der Alfred Biolek angehört, hat die Schirmherrschaft für den Biografiewettbewerb übernommen. Der Geschäftsführer der Stiftung, Andreas Reidl, wird ebenfalls anwesend sein. „Was für ein Leben!“ wird vom Deutschen Historischen Museum unterstützt und von ad.eo filmbiografien koordiniert. Evelyn Filipp von der auf Biografien spezialisierten Firma wird die Veranstaltung moderieren.

Lesung und Gesprächsrunde „BIO – Mein Leben“ finden am Mittwoch, den 8.11.2006, von 17:00 Uhr bis 18:30 Uhr im Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums statt: Unter den Linden 2, 10117 Berlin, Eingang von der Wasserseite.

(Pressemitteilung vom 24.10.2006)

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Biografie-Wettbewerb stößt auf lebhaftes Interesse

Lebensgeschichten sind im Internet nachzulesen

Der bundesweite Wettbewerb „Was für ein Leben!“ findet große Resonanz. Im ersten Monat seiner Laufzeit sind Hunderte von Wettbewerbs-Anträgen versandt worden. Die ersten 35 eingesandten Biografie-Skizzen sind bereits online nachzulesen.

Ziel des Biografie-Wettbewerbs ist ein gestärktes Bewusstsein, dass auch die Lebensgeschichten von Nicht-Prominenten dokumentierenswert und ein Schatz für künftige Generationen sind. Bundesweit sind Menschen aufgefordert, die Biografien ihrer Eltern, Grosseltern, Partner, Freunde oder von sich selbst als Beispiel für einen interessanten Lebenslauf einzureichen. Die interessanteste Biografie wird von einer Jury ausgewählt und als Dokument der Familiengeschichte verfilmt.

Die Kriterien für eine interessante Biografie sind von den Veranstaltern bewusst weit gefasst: interessant kann danach ein Lebenlauf sein, der stark durch die Zeitgeschichte geprägt ist oder eine bestimmte Lebenswelt anschaulich schildert oder auch eine beeindruckende Persönlichkeitsentwicklung zeigt. Das spiegelt sich in den Biografie-Skizzen wider, die auf der Webseite des Wettbewerbs nachzulesen sind.

Karoline Niesels Lebensgeschichte ist die einer „Magd, Putzfrau, Fabrikarbeiterin, Krankenschwester“. Als uneheliches Kind geboren, in einer bitterarmen Familie mit 12 Kindern aufgewachsen, schafft sie es Schritt für Schritt sich ein selbstgewähltes Leben aufzubauen. Sie will mit ihrer Geschichte zeigen, dass „nicht nur die Erziehung von zuhause maßgebend ist, dass man sich selbst am Schopf packen kann“. Dr. Fritz Lampert ist hingegen in eine bildungsbürgerliche Familie hineingeboren. Für ihn gehören schon in den 50er Jahren Studienaufenthalte in Frankreich, Italien, den USA zur Ausbildung. Ebenso aber auch das humanitäre Engagement: zu seiner Lebensaufgabe macht er die Bekämpfung der Leukämie bei Kindern.

Auffallend bei den Lebensläufen der heute 80-jährigen ist, wie sehr Berufswechsel auch in dieser von Krieg und Vertreibung geprägten Generation üblich sind. Marianne Beutelrock hat als Kindergärtnerin, Kranführerin und Löterin gearbeitet, um ihre vier jüngeren Geschwister durchzubringen. Hans-Jürgen Dobinsky war U-Boot-Kommandant, Fahrschullehrer und Repräsentant einer Sektfirma. Bei den jüngeren Teilnehmern des Biografie-Wettbewerbs sind dagegen oft konfliktreiche Persönlichkeitsentwicklungen das Thema. Paul Benjamin Fischer beschreibt die Geschichte seiner Geschlechtsumwandlung, Ursula Krauß die ihres Coming-Outs. Günter Reins dagegen, wie ihn seine Tätigkeit als Pfarrer in Papua-Neuguinea verändert hat.

(Pressemitteilung vom 8.10.2006)

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Erfolgreich gestartet

Am 2. September 2006 um 14 Uhr fiel im Deutschen Historischen Museum der Startschuss für den ersten bundesweiten Biografie-Wettbewerb. Ab jetzt können Menschen biografische Skizzen ihrer Großeltern, Freunde oder von sich selbst als Beispiel für eine interessante Lebensgeschichte einreichen.

Prof. Dr. Hans Ottomeyer, Generaldirektor des Deutschen Historischen Museums, begründete seine Unterstützung des Biografie-Wettbewerbs mit einem Vergleich. Biografien seien für Historiker wie Atome: die kleinste Einheit, die man studiere, um eine Epoche zu verstehen.

Schirmherr des Wettbewerbs "Was für ein Leben!" ist die Stiftung "Dialog der Generationen". Ihr Kuratoriumspräsident, Prof. Dr. Thomas Druyen, betonte die gesellschaftliche Wirkung des Wettbewerbs: Er arbeite gegen die Tendenz, nur noch das spektakuläre, inszenierte Leben als erzählenswert anzusehen. Prof. Dr. Eva Jaeggi sah auch die klärende Wirkung, die die Beschäftigung mit der eigenen Biografie für den Einzelnen bringt.

Zur Eröffnung des Biografie-Wettbewerbs wurde ein Teil des längsten biografischen Projektes der Filmgeschichte vorgeführt: die Lebensgeschichte des Bernd Oestreich aus "Die Kinder von Golzow". Regisseur Winfried Junge bestätigte, dass die historische Bedeutung seines Langzeitprojektes vielen erst mit dem Ende der DDR klar geworden sei. Für den Hauptdarsteller war vor allem die Vorstellung faszinierend, dass seine Ur-Enkel diesen Film einmal sehen können. "Denn ich würde einiges dafür geben, wenn ich einen Film von meiner Ur-Ur-Großmutter hätte".
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Was für ein Leben! c/o ad.eo filmbiografien